António Lobo Antunes
1. September 1942 – 5. März 2026
Er prägte die Literatur Portugals, und analysierte mit psychiatrisch geschultem Blick dessen Vergangenheit als Kolonialmacht und Diktatur. Seine Erfahrungen aus der Militär- und Gefängniszeit verarbeitete er in dem 1979 erschienenen Debütwerk "Elefantengedächtnis" sowie in dem Roman "Einblick in die Hölle". Immer wieder beschäftigte er sich jedoch auch mit Portugals Kolonialvergangenheit; etwa in dem autobiografisch gefärbten Roman "Der Judaskuss", der ihm seinen internationalen Durchbruch bescherte. Als Großwerk gilt "Die natürliche Ordnung der Dinge" aus dem Jahr 1992. Der Roman bildet die Zeitspanne von der Salazar-Diktatur über die Nelkenrevolution bis zu der Modernisierung Portugals nach dem Eintritt in die EU ab.
He shaped Portuguese literature and analysed the country's past as a colonial power and dictatorship with a psychiatrist's eye. He processed his experiences from his time in the military and in prison in his debut work, ‘Elephant's Memory’, published in 1979, and in the novel ‘Insight into Hell’. However, he also repeatedly dealt with Portugal's colonial past, for example in the autobiographical novel ‘The Kiss of Judas’, which brought him international recognition. His 1992 work ‘The Natural Order of Things’ is considered his magnum opus. The novel covers the period from the Salazar dictatorship to the Carnation Revolution and Portugal's modernisation after joining the EU.